Kastration

                                Die Kastration

 

Kastrationsgegner, die sich gegen eine Kastration aussprechen, weisen in diesem Zusammenhang auf das Tierschutzgesetz hin:

" ...es verboten ist, Körperteile vollständig oder teilweise zu amputieren..."


Dieses Verbot aber gilt nicht wenn:

1. "Der Eingriff im Einzelfall nach Tierärztlicher Indikation geboten ist"

                                               oder


5. "zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung - soweit Tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Haltung des Tieres eine Unfruchtbar machung vorgenommen wird."

 


 


Schaut man sich die heutigen Mengen an "ups" Würfen an , weiß man sehr schnell warum eine Kastration ratsam ist.
Dazu kommt natürlich auch der Blick in die Natur, ich habe bei freilebenden Ratten noch kein gleichgeschlechtliches Rudel gesehen oder in Erfahrung gebracht.
Da man das Leben seiner Schützlige natürlich versucht "Artgerecht" zu gestalten, gehören gemischte Rudel (in diesem Fall mit Kastraten) einfach dazu.


Es gibt zwei Varianten der Narkose, "Inhalation" und "Injektion"

Wichtig:
Da Ratten einen sehr hohen Stoffwechsel haben und nicht erbrechen können, sollten sie nicht nüchtern zu einer OP.
Eine OP im nüchternem Zustand führt zu Kreislaufproblemen, dies erhöht natürlich das Risiko das die Ratte nicht mehr wach wird.
Eine Inhalationsnarkose ist natürlich die schonendste Variante.
Aber nicht jeder Tierarzt kann diese aus Kostengründen bieten.
Grundsätzlich sollten rattenerfahrene Tierärzte auch mit Injektionsnarkosen keine Probleme bei Ratten-OPs haben.

Mein jahrelanger Tierarzt arbeitet z.B. nur mit Injektionsnarkose.
Die Tiere sind zwar danach erst deutlich später wieder richtig auf den Beinen als bei einer Inhalationsnarkose, aber auch diese Variante funktioniert.


Ein Narkoserisiko hat jedes Lebewesen !


Zur Versorgung sollte dem Tier Wasser und Futter zur Verfügung stehen (hoher Stoffwechsel). Wasser am Besten in einem kleinen flachen Napf, damit das Tier nicht ertrinken kann, eine Nippelpulle wäre da noch zu anstrengend.
Brei bietet sich in den ersten Stunden nach der OP am besten als Futter an.
Trockenfutter bitte erst zur Verfügung stellen, wenn das Tier deutlich wach ist.
Da der Schluckreflex noch sehr eingeschränkt sein kann, bitte das Tier nicht zwangs füttern, da es sonst ersticken könnte.
In den meisten Fällen wird geraten, den kastrierten Bock nicht vor der 6. Woche zu den Mädels zu lassen.
Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit Woche 3 gemacht.
Solange sollte er paar Tage nach der OP aber verträgliche Böcke bei sich haben, denn die Wartezeit allein zu verbringen wäre einfach nur gemein.


Schlusswort:
Dazu sei gesagt, das es sich hierbei um meine persönliche Einstellung und Erfahrung handelt. Ich möchte damit weder Erfahrungen festnageln noch verallgemeinern.
Ein guter Tierarzt klärt über beide Varianten und den Verlauf der Kastration auf.

Man muss aber genau darauf achten, nicht jeder Tierarzt kennt sich mit Ratten aus !


Frühkastra bei einem Dwarf (Zwergratte) mit Inhalationsnarkose
eine Frühkastra macht man mit 4 1/2 Wochen, also vor der Geschlechtsreife.






 

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